Wohnmobil mieten in Norwegen: Vermieter, Stationen & Preise
Welche Vermieter in Norwegen Stationen haben, was Kilometer, Selbstbeteiligung, Maut und Extras kosten – und worauf du bei Führerschein und Übergabe achtest.

Ein Wohnmobil in Norwegen zu mieten klingt einfach: Flug nach Oslo oder Bergen, Camper abholen, los. In der Praxis unterscheiden sich die Angebote stark – bei der Selbstbeteiligung, bei der Maut, bei Einwegmieten und bei der Frage, ob du das Fahrzeug mit deinem Führerschein überhaupt fahren darfst. Wir haben die Bedingungen der Vermieter mit Stationen in Norwegen direkt auf ihren eigenen Seiten nachgelesen (Stand: 24. September 2026). Wo ein Preis nicht öffentlich ist, sagen wir das.
Mieten in Norwegen oder mit dem eigenen Camper anreisen?
Wer aus Deutschland oder den Niederlanden mit dem eigenen oder einem zu Hause gemieteten Wohnmobil fährt, zahlt die Fähre für Fahrzeug und Personen, und zwar hin und zurück. Ein Beispiel: Color Line nennt für Kiel–Oslo ein Camper-Sparpaket ab 333 € pro Person für zwei Personen in einem Wohnmobil bis 5 Meter Länge und 2,55 Meter Höhe; größere Fahrzeuge kosten Aufpreis. Fjord Line nennt für Hirtshals–Kristiansand ab 96 € pro Person (Fjord-Club-Preis, bei zwei Reisenden, Wohnmobil bis 6 Meter).
Mieten vor Ort lohnt sich vor allem, wenn du nur zwei, drei Wochen Zeit hast und die Tage lieber in Norwegen verbringst als auf der Autobahn – oder wenn du im Norden starten willst, etwa in Tromsø oder Evenes für die Lofoten. Mit dem eigenen Fahrzeug bist du flexibler bei Hund, Ausstattung und Reisedauer. Wer zu Hause privat mietet (etwa über Goboony oder PaulCamper), muss prüfen, ob die Versicherung Norwegen und Fährüberfahrten abdeckt – dazu unten mehr.
Welche Vermieter haben Stationen in Norwegen?
| Vermieter | Stationen in Norwegen | Einwegmiete | Kilometer | Selbstbeteiligung (Basis) | Kaution |
|---|---|---|---|---|---|
| McRent | Oslo (Nannestad), Bergen (Fjell), Evenes, Nordkjosbotn | nur nach gesonderter Vereinbarung | alle inklusive (Ausnahmen bei Aktionen) | 15.000 NOK | 15.000 NOK |
| roadsurfer | Oslo (Jessheim), Bergen | nein, gleiche Station | unbegrenzt | 3.000 € (Basic) | 15.500 NOK |
| Indie Campers | Oslo, Bergen, Trondheim, Tromsø | ja, Gebühr bei der Buchung | widersprüchlich (siehe unten) | 2.500 € (Basic) | 500–2.000 € je Schutzpaket |
| Touring Cars | Oslo (Jessheim), Tromsø | ja, Aufpreis ab 900 € | unbegrenzt | 30.000 NOK (TC Basic) | Vorautorisierung in Höhe der Selbstbeteiligung |
Ein paar Details, die in keiner Tabelle Platz haben:
- McRent erlaubt laut AGB Auslandsfahrten innerhalb Europas. Hunde sind an den norwegischen Stationen nicht erlaubt. Die Selbstbeteiligung von 15.000 NOK kann nicht ausgeschlossen, nur reduziert werden. Innenraumschäden und Fehlbedienungen (Markise, Tanks) sind nicht versichert.
- roadsurfer bietet Einwegmieten derzeit nur in den USA, Kanada und bei „Rallye“-Aktionen an. In Norwegen holst du den Camper also dort ab, wo du ihn zurückgibst.
- Indie Campers schreibt auf der Norwegen-Seite „Unlimited mileage“, die „Responsible Use Policy“ im Hilfe-Center nennt für die norwegischen Depots dagegen 420 km pro Nacht und Mehrkilometer ab 0,30 €. Lass dir die Kilometerregel für deine Buchung schriftlich bestätigen.
- Touring Cars erlaubt Fahrten innerhalb Finnlands, Norwegens und Schwedens ohne besondere Genehmigung.
Wenn du lieber in einem Portal vergleichst: Motorhome Republic ist ein Vermittler, der unter anderem McRent, Touring Cars, roadsurfer und Indie Campers listet und Abholorte von Kristiansand bis Kirkenes zeigt, darunter Bergen, Bodø, Stavanger, Trondheim, Tromsø und die Lofoten.
Einen Überblick über die Angebote für deine Reisedaten bekommst du im Wohnmobil-Vergleich bei Motorhome Republic oder direkt bei roadsurfer in Oslo und Bergen.
Führerschein: das 3,5-Tonnen-Problem
Mit dem Führerschein der Klasse B darfst du Fahrzeuge bis 3.500 kg zulässiger Gesamtmasse fahren. Darüber brauchst du Klasse C1 (bis 7.500 kg).
Wer noch den alten Führerschein der Klasse 3 hat, bekommt beim Umtausch in den EU-Kartenführerschein C1 und C1E zugeteilt. Eine neue EU-Richtlinie soll die Grenze für Wohnmobile mit Klasse B auf 4,25 Tonnen anheben – aber erst, wenn sie in nationales Recht umgesetzt ist. Bis dahin gilt 3,5 Tonnen.
Was das bei den Vermietern bedeutet:
- McRent hat eine Premium-Gruppe über 3,5 Tonnen: Mindestalter 25 Jahre, Führerschein seit mindestens 3 Jahren, Klasse C/C1. Für die übrigen Fahrzeuge gelten 21 Jahre und ein Jahr Führerschein.
- roadsurfer verlangt einen Führerschein für PKW bis 3,5 Tonnen (Klasse 3 oder B), mindestens 18 Jahre und ein Jahr Fahrpraxis.
- Touring Cars nennt Klasse B (bis 3.500 kg), für Norwegen ein Mindestalter von 25 Jahren und zwei Jahre Fahrpraxis.
- Indie Campers nennt auf der Norwegen-Seite 21 Jahre, im Hilfe-Center für Europa 18 Jahre. Frag vor der Buchung nach.
Bei Fahrzeugen über 3,5 Tonnen ändert sich in Norwegen auch die Maut: Sie fallen grundsätzlich in Tarifgruppe 2. Privat genutzte Wohnmobile brauchen keinen Pflicht-Transponder, für Fahrzeuge, die auf eine Firma zugelassen sind, gilt die Transponderpflicht – und ein Mietcamper ist in der Regel auf den Vermieter zugelassen. Eine offizielle Aussage zu Mietfahrzeugen haben wir nicht gefunden; kläre das mit dem Vermieter.
Winterreifen und Schneeketten
In Norwegen gibt es für Autos keine generelle Winterreifenpflicht, aber strenge Regeln: Vom 1. November bis zum ersten Sonntag nach Ostermontag brauchst du mindestens 3 mm Profil, in Nordland, Troms und Finnmark vom 16. Oktober bis 30. April. Mit Sommerreifen darfst du nicht auf winterlichen Straßen fahren. Fahrzeuge über 3,5 Tonnen müssen Schneeketten dabeihaben, wenn sie auf Straßen mit Schnee und Eis unterwegs sind.
roadsurfer rüstet seine Camper im Winter mit Allwetterreifen mit Schneeflocken-Symbol aus; im Sommer fährt ein Teil der Flotte auf Sommerreifen. Schneeketten gibt es in Oslo und Bergen ab 49 € pro Reise. Touring Cars nennt Winterreifen als inklusive. McRent berechnet vom 1. November 2026 bis 11. April 2027 einen verpflichtenden „Winterservice“ von 970 NOK pro Miete; was er umfasst, steht nicht öffentlich. Bei Indie Campers widersprechen sich Hilfe-Center und Stationsseite (Tromsø: Spikereifen Oktober–April) – frag nach, wenn du im Herbst oder Frühjahr mietest.
Mit dem Mietcamper auf die Fähre
Die Vermieter regeln Fährfahrten unterschiedlich:
- roadsurfer erlaubt Fähren, aber die AGB sagen deutlich: Für Schäden am Fahrzeug, die bei der Benutzung von Fähren oder Autozügen entstehen, besteht kein Versicherungsschutz.
- Indie Campers erlaubt Fähren; du buchst sie selbst.
- Touring Cars schreibt, dass du Fähren auch ohne Kennzeichen buchen kannst.
- McRent erwähnt Fähren in den Norwegen-AGB nicht. Frag vor der Reise nach.
Wichtig für die Kosten: Auf norwegischen Inlandsfähren zählt die gemessene Gesamtlänge – inklusive Fahrradträger. Schon ein paar Zentimeter können dich in die nächste Preisgruppe schieben.
Wie die Fährpreise nach Länge funktionieren und wie du sie im Voraus bezahlst, erklären wir Schritt für Schritt im Guide Maut und Fähren in Norwegen erklärt.
Maut: So rechnen die Vermieter AutoPASS ab
An norwegischen Mautstationen kannst du nicht bezahlen: Kameras erfassen das Kennzeichen, ein Transponder wird gelesen, falls vorhanden.
Beim Mietcamper hängt es vom Vermieter ab, was du zahlst:
- McRent: Pflichtpauschale „Mautgebühren (AutoPASS)“ von 139 NOK pro Tag an allen vier Stationen (laut den Stationsdaten auf mcrent.de).
- roadsurfer: Norwegische Camper haben einen Maut-Transponder als kostenloses Extra an Bord. Für die Bearbeitung von Maut und Bußgeldern nennt roadsurfer eine Gebühr von 35 € bzw. 410 NOK.
- Indie Campers: Du registrierst das Fahrzeug bei der Abholung über autopass.no. Maut ist nicht inklusive; laut Gebührenliste kommen bei Bedarf 15 € „Toll Identification Fee“ und 50 € „Handling Fee“ für die Abwicklung von Maut oder Bußgeldern dazu.
- Touring Cars: AutoPASS ist inklusive, die Maut wird bei der Rückgabe abgerechnet.
Extras und versteckte Kosten
Der Tagespreis ist selten der Endpreis. Diese Posten solltest du beim Vergleich mitrechnen:
- Servicepauschale: McRent 1.950 NOK pro Miete. Touring Cars berechnet eine „Grundgebühr“ für Reinigung, Vorbereitung und Flughafentransfer; die Höhe ist nicht öffentlich. roadsurfer nennt eine Buchungs- und eine Reisevorbereitungsgebühr, ebenfalls ohne öffentlichen Betrag.
- Ausstattung: Bei McRent kosten Bettwäsche pro Person 560 NOK, Küchenset 380 NOK und Campingset 430 NOK pro Miete; der Fahrradträger ist kostenlos (nicht für E-Bikes). Bei roadsurfer gibt es die Küchenbox ab 15 € und Bettwäsche ab 39 € pro Reise, den Fahrradträger ab 7 € pro Nacht. Bei Touring Cars ist Bettwäsche nicht inklusive.
- Hund: roadsurfer ab 139 € pauschal; Indie Campers erlaubt ein Tier bis 30 kg gegen Reinigungsgebühr (125 €); McRent erlaubt in Norwegen keine Hunde.
- Reinigung und Toilette: Indie Campers berechnet 200 € für eine nicht geleerte Toilettenkassette, 150 € fürs Abwasser und 100 € für die Innenreinigung. roadsurfer nennt 150 € für Toilettenkassetten mit Exkrementen. Bei McRent gibst du den Camper innen grob gereinigt und mit geleerter Kassette zurück, sonst fällt eine Reinigungsgebühr laut Preisliste an. In Oslo hat McRent eine Entsorgungsstation an der Station; die Indie-Depots haben keine.
- Selbstbeteiligung reduzieren: McRent senkt sie gegen 120 NOK pro Tag auf 9.000 NOK (erster Schaden). roadsurfer bietet Plus (800 €) und Max (150 €); die Preise hängen vom Buchungsland ab und sind nicht öffentlich. Touring Cars: TC Plus 15.000 NOK, TC Premium 8.000 NOK.
Dazu kommen Maut, Fähren und Campingplätze. Wo du mit dem Camper legal übernachten darfst – und wo nicht –, steht in unserem Guide Wo darf man mit dem Camper in Norwegen übernachten?.
Was kostet ein Wohnmobil in Norwegen?
Öffentliche Preisbeispiele vom 24. September 2026:
- roadsurfer Oslo/Bergen: ab 65 € pro Nacht (Couple Cottage), 69 € (Road House), 79 € (Camper Castle), jeweils ohne Gebühren.
- McRent Oslo, Last-Minute-Angebot Comfort Plus vom 5. bis 15. Oktober 2026: 13.102,80 NOK statt 14.342 NOK. Ab 21 Tagen gibt es 5 %, ab 31 Tagen 8 % Rabatt.
- Touring Cars nennt als „Beispieltarife für eine Woche im Jahr 2025“ 11.550 NOK ab Oslo und 13.300 NOK ab Tromsø.
- Indie Campers zeigt Preise nur in der Buchungsmaske.
Wie stark die Saison wirkt, zeigt das Portal Motorhome Republic: Als Durchschnittspreis für einen Camper für zwei Personen nennt es 2.235 NOK im Januar, 2.487 NOK im April, 3.825 NOK im Juli und 2.496 NOK im Oktober – ohne anzugeben, auf welchen Zeitraum sich der Betrag bezieht.
Zu Hause mieten und nach Norwegen fahren
Bei Privatvermietungen hängt alles an der Versicherung. Goboonys Tagesversicherung für deutsche Fahrzeuge gilt in der EU, den EFTA-Staaten (dazu gehört Norwegen) und Großbritannien, aber nur für Wohnmobile bis 3,5 Tonnen und mit Übergabe in Deutschland; sie kostet ab 19,36 € pro Tag. Die Kaution liegt bei Goboony in Deutschland bei 2.000 €, in den Niederlanden bei 1.250 €. Bei PaulCamper gilt die Allianz-Flottenversicherung europaweit, Vermieter können das Reisegebiet aber einschränken. Zu Fährschäden sagen weder Goboony noch PaulCamper etwas Öffentliches – frag den Vermieter.
Private Camper in Deutschland und den Niederlanden findest du zum Beispiel bei Goboony.
So vergleichst du Angebote richtig
Rechne für jedes Angebot den Gesamtpreis für deine Reise aus, nicht den Tagespreis:
- Miete für alle Nächte plus Servicepauschale oder Grundgebühr
- Maut-Pauschale oder Bearbeitungsgebühr × Reisetage
- Preis für die Reduzierung der Selbstbeteiligung auf ein Niveau, mit dem du leben kannst
- Extras: Bettwäsche, Küche, Fahrradträger, Hund, Winterservice
- Kilometerregel: unbegrenzt oder mit Limit?
- Einweggebühr, falls du nicht zum Start zurückfährst
Checkliste für die Übergabe
- Kreditkarte für die Kaution dabei (bei McRent nur Mastercard oder Visa, keine Prepaid-Karte, kein Bargeld)
- Führerschein prüfen: Passt die Klasse zum zulässigen Gesamtgewicht im Fahrzeugschein?
- Vorschäden außen und innen fotografieren, auch Markise und Dach
- Reifen ansehen: Profil und Symbol (Schneeflocke oder M+S) – vor allem ab Oktober
- Maut klären: Ist ein Transponder an Bord, wie wird abgerechnet?
- Gesamtlänge mit Fahrradträger notieren – das brauchst du für Fähren
- Gasflaschen: wie viele, wie voll? (McRent: eine volle, eine angebrochene)
- Toilettenkassette und Abwasser: Wo entsorgst du vor der Rückgabe?
Wenn du am Ankunftstag noch nicht abholen kannst, findest du eine Unterkunft für die erste Nacht bei Booking.com.
Quellen
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